Burkina Faso ([bʊrˌkiːnaˈfaːzo]; deutsch: „Land der Aufrechten“) ist ein Staat in Westafrika. Das Land stand bis 1960 unter französischer Kolonialherrschaft und hieß mit Beginn der Unabhängigkeit bis 1984 Obervolta. Der auf einem Hochplateau liegende Binnenstaat liegt in den Savannen des Sudan, hat im Norden Anteil am Sahel und grenzt an Mali, Niger, Benin, Togo, Ghana und die Elfenbeinküste. Burkina Faso gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, zeichnet sich heute aber durch eine gewisse Stabilität und die kulturelle Vielfalt der friedlich zusammenlebenden Ethnien aus, wobei die Mossi etwa die Hälfte der Bevölkerung stellen. Regelmäßig wiederkehrende Dürreperioden sorgen oft für große Not der hauptsächlich als Bauern lebenden Bevölkerung.

WIRTSCHAFT
Burkina Faso ist einer der ärmsten und am wenigsten entwickelten Staaten der Erde und wird zur Gruppe der HIPC (Heavily Indebted Poor Countries), der „hochverschuldeten Entwicklungsländer“, gezählt. 2005 wurde im Rahmen der HIPC-Entschuldungsinitiative von Weltbank und IWF die Streichung seiner Auslandsschulden vereinbart. Im Human Development Index des United Nations Development Programmes (UNDP) lag Burkina Faso im Jahre 2006 auf Platz 174 bei 177 untersuchten Ländern.
Ungefähr 61 % der Bevölkerung müssen mit weniger als einem US-Dollar pro Tag auskommen. Die Landbevölkerung sowie kleinere Ethnien werden wirtschaftlich zunehmend marginalisiert.

DEMOGRAFISCHE ENTWICKLUNG
Die Bevölkerungszahl ist in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen (pro Jahr um 2,4 %). Bedingt durch die geringe Lebenserwartung und hohe Geburtenraten besteht ein hoher Anteil von jungen Menschen an der Gesamteinwohnerzahl. Die Geburtenziffer ist in den 1990er Jahren von 6,5 auf 6,8 Lebendgeburten pro Frau pro Jahr gestiegen. Die Kindersterblichkeitsrate liegt bei 10,5 %.
Die extreme Armut ist Ursache der meisten Probleme, unter denen der größte Teil der Bevölkerung zu leiden hat: Krankheiten wie Aids, Malaria, Tuberkulose; eine hohe Kindersterblichkeitsrate und die niedrige Lebenserwartung von 43 Jahren (2005). Dürren und die Desertifikation zwingen viele Menschen zur Landflucht; mangelnde Bildung und Analphabetismus der Landbevölkerung erschweren die Umsetzung der an sie gerichteten Aufklärungsprogramme.

VÖLKER UND SPRACHEN
Die dominierende Ethnie des aus etwa 60 Völkern bestehenden Staates sind die im 15. Jahrhundert in das Gebiet eingewanderten Mossi, die etwa die Hälfte der Bewohner des Landes ausmachen. Ihr traditionelles Siedlungsgebiet ist das zentral gelegene Mossi-Plateau um die Hauptstadt Ouagadougou. Während die Mossi eine vorherrschende Stellung in der Verwaltung innehaben, dominiert die zweitgrößte Ethnie, die Bobo (Bwa), den Handel und den fruchtbareren Westen um die Wirtschaftsmetropole Bobo-Dioulasso. Die über die ganze Sahelzone verbreitete Gruppe der Fulbe (Fulani, in Burkina Faso meist Peul genannt) bevölkert mehrheitlich den trockenen Norden und Nordosten des Landes. Alle Regionen, besonders die Städte, sind jedoch deutlich durchmischt. Die traditionellen Scherzbeziehungen (parenté à plaisanterie) zwischen den verschiedenen Gruppen leisten einen wichtigen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben; bestimmten Ethnien ist es hierbei erlaubt, sich nach festgelegten Regeln gegenseitig zu verspotten, zum Beispiel Mossi/Samo oder Fulbe/Bobo. Weitere Ethnien sind Gourmantché, Kassena, Senufo, Lobi, Bissa und Tuareg. Französisch ist Staatssprache, wird jedoch in ländlichen Regionen nur von einer Minderheit gesprochen. Neben der Sprache der Mossi hat auch Dioula eine große Bedeutung als Handels- und Verkehrssprache, vor allem im Westen des Landes. Außerdem werden unter anderem von den einzelnen Ethnien Farefare, Hausa, Kasem, Kusaal, und Zarma gesprochen.

SCHULSYSTEM
Erläuterung Schulsystem/Klassen
Grundschule:
CP1 = 1. Klasse
CP2 = 2. Klasse
CE1 = 3. Klasse
CE2 = 4. Klasse
CM1 = 5. Klasse
CM2 = 6. Klasse, Prüfung am Schuljahresende: CEPE (Zulassung zum Besuch der weiterführenden Schule)

Collège (weiterführende Schule):
6ème = 1. Klasse
5ème = 2. Klasse
4ème = 3. Klasse
3ème = 4. Klasse, Prüfung am Schuljahresende: BEPC (= Mittlere Reife)
2nde = 5. Klasse
1ère = 6. Klasse
Terminale = 7. Klasse, Prüfung am Schuljahresende: BAC (= Abitur)

RELIGION
Bei der Volkszählung 1996 bekannten sich 55,9 % der Bevölkerung zum Islam; die weiteren Ergebnisse: 23,7 % Animisten, 16,6 % Katholiken, 3,0 % Protestanten, 0,2 % sonstige Religionen, 0,6  % keine Religion. Verlässliche Angaben zur Religionszugehörigkeit der Burkiner (Burkinabe) lassen sich jedoch schwer machen, da sich viele Menschen oft zu mehreren Religionen bekennen, teils eher lockere Bindungen zu ihnen eingehen und oftmals die Glaubensgemeinschaften wechseln. Viele Christen und Muslime leben noch in Einklang mit den traditionellen (animistischen) Glaubensvorstellungen ihrer jeweiligen Volksgruppen. Burkina Faso wurde erst relativ spät islamisiert.
Der Staat garantiert gesetzlich die Freiheit der Religionsausübung und setzt diese auch in der Praxis durch. Bevorzugung oder Benachteiligung Angehöriger bestimmter Religionsgruppen ist in keinem Bereich der Gesellschaft zu erkennen.